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Louis Le Vau (1612 – 1670)

1. Biographie

Louis Le Vau hat einen prägenden Einfluss auf die Entwicklung der französischen Architektur unter König Ludwig XIV. (1638 – 1715) ausgeübt. Der 1612 in der Hauptstadt Paris geborene Baumeister zog seine Inspirationen aus dem italienischen Barock und trug zu einem Stilwechsel in der französischen Architektur bei. In seiner Zeit als Architekt des Königs (Premier architecte du Roi) gelang der Übergang von der Renaissance hin zum Barock. Mit dem Schloss Vaux-le-Vicomte erschuf er zwischen 1656 und 1661 eine Art Prototyp des viel bekannteren Schlosses Versailles. Vor diesem Hintergrund war es eine logische Entscheidung des Königs, ihm 1668 die Bauleitung in Versailles zu übertragen. Zwei Jahre später starb Louis Le Vau in Paris.

2. Hôtel Lambert

Das Hôtel Lambert ist ein Stadtpalast im vierten Pariser Arrondissement. Es ist auf der Île Saint-Louis gelegen, einer Seine-Binneninsel im Zentrum der französischen Hauptstadt. Zwischen 1640 und 1644 ließ Louis Le Vau die Fassade, die Rotunde und den Garten errichten. Für die Inneneinrichtung waren Charles Le Brun (1619 – 1690), François Perrier (1590 – 1650) und Eustache Le Sueur (1617 – 1655) zuständig. Le Vau lebte zwischen 1642 und 1650 in der unmittelbaren Nachbarschaft des Hôtel Lambert, das einen der prächtigsten Stadtpaläste des 17. Jahrhunderts darstellt. Seit 1991 ist es ein Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes „Seineufer von Paris“.

3. Hôtel de Lauzun

Das Hôtel de Lauzun ist ebenfalls auf der Île Saint-Louis gelegen und wurde zwischen 1650 und 1658 erbaut. Das nach Plänen von Louis Le Vau errichtete Gebäude verfügt zwar über einen schlichten Außenbau, kann aber mit prunkvollen Innenräumen aufwarten. Für die künstlerische Ausgestaltung des Stadtpalastes zeigten sich die Maler Charles Le Brun, Sébastien Bourdon (1616 – 1671), Eustache Le Sueur und Pierre Patel (1605 – 1676) verantwortlich. Die Qualität der Künstler schlägt sich in den schönen und prächtigen Räumen nieder.

Im Jahr 1906 wurde das Hôtel de Lauzun vom französischen Staat als „Monument historique“ anerkannt. Seit 1928 greift die Stadt Paris auf das Hôtel de Lauzun zurück, wenn sie einen würdigen Rahmen für offizielle Empfänge benötigt.

4. Schloss Vaux-le-Vicomte

Zwischen 1656 und 1661 entstand das Schloss Vaux-le-Vicomte in Maincy, einer Gemeinde im Umland von Paris. Louis Le Vau erstellte im Auftrag des mächtigen und wohlhabenden Finanzministers Nicolas Fouquet (1615 – 1680) dieses Schloss. Dabei handelt es sich vielleicht um das bedeutendste Werk Le Vaus. Der Architekt sorgte dafür, dass sich die Höfe, der Garten und die Wohnbauten nahtlos in die bauliche Ordnung einfügten. Das Schloss, die Vorhöfe und der Garten stellten ein einheitliches Ensemble dar.

Das Corps de Logis (Wohn- bzw. Haupttrakt) des Schlosses ist von dekorativen Wassergräben umgeben. Im Zentrum des symmetrisch angelegten Corps de Logis befindet sich der „Grand Salon“. Die prächtige Gartenanlage wurde von André Le Nôtre (1613 – 1700) entworfen. Das Schloss Vaux-le-Vicomte stellt in vielerlei Hinsicht das Vorbild für Schloss Versailles dar.

5. Louvre

Bis zum Umzug nach Versailles im Jahr 1682 residierten die französischen Könige im Louvre in Paris. Gegen Ende des 12. Jahrhunderts begann König Philipp II. August (1165 – 1223) mit dem Bau der Residenz. In den folgenden Jahrhunderten wurde diese mehrmals umgebaut. Zwischen 1661 und 1663 war Louis Le Vau am Louvre tätig. Dort war er für die Errichtung der „Galerie d’Apollon“ zuständig. Zuvor fiel die „Petite Galerie“ an der gleichen Stelle am 6. Februar 1661 einem Feuer zum Opfer. Die nach den Plänen Le Vaus entstandene „Galerie d’Apollon“ sollte zum Vorbild des berühmten Spiegelsaals von Versailles werden. Die Decken- und Wandgemälde in der Galerie stammen von Charles Le Brun.

6. Collège des Quatre-Nations

Der Bau des Collèges des Quatre-Nations resultierte aus dem Testament des Kardinals Jules Mazarin (1602 – 1661). Dieser forderte die Errichtung einer Akademie, an der junge Adelige aus kürzlich eroberten Gebieten an Frankreich gebunden werden könnten. 1662 übernahm Louis Le Vau die Bauleitung. Von ihm stammen auch die Pläne für das Gebäude. Dabei handelt es sich um einen Zentralbau mit zwei geschwungenen Flügeln an den Seiten. Eine Kuppel krönt das Bauwerk. Le Vau arbeitete bis zu seinem Tod im Jahr 1670 am Collège des Quatre-Nations. Nach seinem Ableben führte François d’Orbay (1634–1697) die Bauarbeiten weiter. 1688 wurde das Collège des Quatre-Nations eingeweiht.

7. Schloss Versailles

Louis Le Vau war der Architekt des Schlosses Vaux-le-Vicomte, das als Vorbild für Versailles gilt. Somit machte es Sinn, dass Ludwig XIV. denselben Architekten mit der Bauleitung in Versailles beauftragte. In seinen letzten Lebensjahren (1668 – 1670) ließ Le Vau das Corps de Logis errichten. Dabei verzichtete er darauf, das kleine Jagdschloss König Ludwigs XIII. (1601 – 1643) abzureißen. Stattdessen integrierte er das alte Schloss in seinen Bauplan und baute jeweils einen nördlichen und einen südlichen Flügel an. So waren an das Corps de Logis die Paradezimmer des Königs und der Königin seitlich angeschlossen. Im Corps de Logis sollte später der Spiegelsaal von Versailles Platz finden. Nach Le Vaus Tod (1670) ging die Bauleitung zuerst an François d’Orbay und dann an Jules Hardouin-Mansart (1646 – 1708) über.

8. Trianon de Porcelain

An der Stelle des Grand Trianon stand in Versailles ursprünglich das „Trianon de Porcelaine“, welches nach den Plänen von Louis Le Vau errichtet wurde. Kurz vor dem Tod des Baumeisters begann man 1670 mit den Arbeiten vor Ort. Die Fertigstellung des Ensembles im Jahr 1672 erlebte Le Vau nicht mehr mit. Das „Trianon de Porcelaine“ und später auch das Grand Trianon dienten dem Sonnenkönig als Rückzugs- und Erholungsort. Für dessen Errichtung wurde ein ganzes Dorf abgetragen.

Das „Trianon de Porcelaine“ bestand aus einem großen Pavillon für den König sowie mehreren Pavillons, in denen die Speisen vorbereitet wurden. Die Kacheln im „Trianon de Porcelaine“ waren aus Fayence. Da sich das Ensemble schon nach wenigen Jahren als baufällig erwies, ordnete Ludwig XIV. den Bau eines größeren Schlosses an – das Grand Trianon.