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Heinrich IV., König von Frankreich und Großvater Ludwigs XIV.

Heinrich IV. von Bourbon (1553-1610) regierte von 1589 bis 1610 als König von Frankreich.

Er war der Großvater von Ludwig XIV. und bestieg den französischen Thron als erster Bourbone.

Frühe Jahre Heinrichs

Heinrich IV. war von 1572 bis 1589 als Heinrich III. König von Navarra. Als Anführer der Hugenotten-Partei spielte er in den Hugenotten-Konflikten eine bedeutende Rolle.

Geboren wurde Heinrich IV. am 13. Dezember 1553 in Pau im Königreich Navarra, das in den südwestlichen Pyrenäen lag. Er war der zweite Sohn von Anton von Bourbon (1518-1562), dem Herzog von Vendôme, sowie von Johanna von Albret (1528-1572), der Königin von Navarra.

Das Königreich Navarra diente als Sammelbecken für Protestanten und Reformer, denen im französischen Königreich Verfolgung drohte. So wurde das Schloss Pau von Königin Johanna zum Mittelpunkt des Protestantismus in Frankreich gemacht.

Heinrichs Erziehung übernahm zunächst sein Großvater, der jedoch schon 1555 verstarb. Danach nahm sich seine Tante Suzanne de Bourbon-Lisset seiner an, wodurch er bis 1560 volksnah und bäuerlich erzogen wurde. Später erhielt er als Prinz von Navarra eine protestantische Erziehung.

König von Navarra und Bartholomäusnacht

Als Johanna von Albret am 9. Juni 1572 starb, wurde ihr Sohn als Heinrich III. König von Navarra.

Im August des gleichen Jahres ehelichte er in Paris Margarete von Valois (1553-1615). Margarete war die Schwester des französischen Königs Karl IX. (1550-1574). Mit der Heirat zwischen Heinrich und Margarete sollte der Frieden von Saint-Germain besiegelt werden, der den 1567 ausgebrochenen zweiten Hugenottenkrieg beendete.

Anlässlich der Hochzeit verweilten zahlreiche hochrangige Protestanten in der französischen Hauptstadt. Die Feierlichkeiten dauerten mehrere Tage an, bis ein erfolgloses Attentat auf den Protestantenführer Admiral Coligny unternommen wurde.

Nur zwei Tage später kam es zur blutigen Bartholomäusnacht, in deren Verlauf mehr als 3000 Hugenotten, zu denen auch Admiral Coligny gehörte, ermordet wurden. Den Befehl dazu hatte Karl IX. gegeben, der von seiner Mutter Katharina von Medici (1519-1589) dazu überredet worden sein soll.

Als Protestant wurde Heinrich festgenommen und vor die Wahl gestellt, zum Katholizismus überzutreten oder zu sterben. Heinrich entschied sich für den Glaubenswechsel und überlebte dadurch das Massaker.

König von Frankreich

Als Karl IX. 1574 starb, trat sein Bruder Heinrich III. dessen Nachfolge an. 1576 konnte Heinrich von Navarra aus der Gefangenschaft entfliehen und den protestantischen Glauben wieder annehmen.

Am 1. August 1589 fiel König Heinrich III. von Frankreich einem Attentat zum Opfer. Bevor er einen Tag später starb, bestimmte er, dass sein Cousin, Heinrich von Navarra seine Nachfolge antreten sollte. Heinrich war jedoch zunächst dazu gezwungen, Krieg gegen die Katholische Liga zu führen und deren überlegene Streitmacht zurückzuschlagen.

Weil sich viele Franzosen weigerten, einen Protestanten als König anzuerkennen, musste Heinrich 1593 erneut zum Katholizismus übertreten. Am 27. Februar 1594 konnte er nun als Heinrich IV. gekrönt werden.

Um den Frieden zwischen Protestanten und Katholiken im Lande wiederherzustellen, erließ der neue König 1598 das Edikt von Nantes, das den Protestanten die freie Ausübung ihres Glaubens gestattete.

Außerdem ließ er Frankreich in Europa wieder zu einer Großmacht aufsteigen.

1599 kam es zur Annullierung der Ehe mit Margarete von Valois, da sie unglücklich verlief und es keine Nachkommen gab.

Letzte Jahre Heinrichs IV.

1600 heiratete Heinrich IV. Maria von Medici (1575-1642). Doch diese Ehe nahm ebenfalls einen unglücklichen Verlauf. Es wurden allerdings mehrere Kinder geboren, zu denen auch Ludwig XIII., der spätere Thronfolger und Vater von Ludwig XIV. gehörte, der am 27. September 1601 das Licht der Welt erblickte.

Heinrichs Leben endete am 14. Mai 1610, als er während einer Kutschfahrt von François Ravaillac (1578-1610) erstochen wurde. Seine Nachfolge trat der erst achtjährige Ludwig XIII. an. Heinrichs Enkel Ludwig XIV. hielt nicht viel von dem Toleranzedikt seines Großvaters. So schaffte er es 1685 wieder ab.