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Ludwig XIV. und seine Ehefrau Maria Teresa von Spanien

Maria Teresa von Spanien war die Ehefrau von Ludwig XIV. und Königin von Frankreich.

Die österreichische Prinzessin entstammte dem spanischen Königshaus.

Geburt und Eltern

Das Licht der Welt erblickte Maria Teresa von Spanien am 10. September 1638 in der Schloss- und Klosteranlage Escorial in der Nähe von Madrid.

Ihr Vater war Philipp IV. (1605-1665), der König von Spanien. Bei ihrer Mutter Isabella von Bourbon (1602-1644) handelte es sich um eine französische Prinzessin, deren Vater der französische König Heinrich IV. (1553-1610) war.

Als Prinzessin von Österreich erhielt Maria Teresa auch den Titel Erzherzogin.

Frühe Jahre

Maria Teresa war das jüngste Kind des spanischen Königs. Die sieben Geschwister der Infantin verstarben bereits in jungen Jahren. Als sie sechs Jahre alt war, starb auch ihre Mutter Isabella. Mit der Österreicherin Maria Anna (1634-1696), bei der es sich um Phillips Nichte handelte, erhielt sie 1649 eine Stiefmutter, die gerade einmal vier Jahre älter als sie selbst war.

Die Erziehung Maria Teresas verlief streng und im Sinne der Gegenreformation. Dabei musste das junge Mädchen fast vollständig isoliert am spanischen Königshof leben.

Vermählung mit Ludwig XIV.

Seit 1635 herrschte Krieg zwischen Spanien und Frankreich, die seinerzeit die beiden mächtigsten europäischen Staaten darstellten. Im Jahr 1659 kam es endlich zum Pyrenäischen Frieden, der die feindlichen Auseinandersetzungen beendete. In dessen Rahmen wurden die Pyrenäen als Grenze zwischen den beiden Königreichen festgelegt. Auf diese Weise konnte Frankreich in Europa eine Vormachtstellung erlangen.

Um den Frieden zu sichern, wurde außerdem die Vermählung zwischen dem jungen König Ludwig XIV. (1638-1714) und der spanischen Königstochter Maria Teresa festgelegt. Infolgedessen verzichtete die Infantin auf ihre spanischen Thronansprüche, wofür ihr eine hohe Geldentschädigung von 500.000 Goldecus zugesprochen wurde. Allerdings war Spanien nicht in der Lage, diese Schuld jemals komplett zu begleichen, sodass die Thronansprüche de facto erhalten blieben.

Weil Ludwigs Mutter Anna von Österreich und König Philipp IV. Geschwister waren, handelte es sich bei Ludwig und Maria Teresa um Cousin und Cousine. Zum ersten Mal trafen sich die beiden Verlobten im Juni 1660 auf der Fasaneninsel. An diesem Treffen nahmen sowohl die französische als auch die spanische Königsfamilie teil. Da der junge Ludwig von stattlicher Erscheinung war, verliebte sich Maria Teresa in ihn. Am 7. Juni 1660 reiste die Infantin nach Frankreich ein und gehörte damit zur französischen Königsfamilie. Ihre Tante Anna von Österreich (1601-1643), die zugleich ihre Schwiegermutter war, nahm die junge Prinzessin liebevoll auf.

Schon am 9. Juni wurde die prächtige Hochzeit zwischen Ludwig XIV. und Maria Teresa in der Kirche Saint-Jean Baptiste in Saint-Jean-de-Luz abgehalten.

Nach der Eheschließung

Von ihrem Charakter her war Maria Teresa für die Rolle der französischen Königin eher ungeeignet. So galt sie als schwerfällig, schüchtern, kindlich und oberflächlich. Außerdem hatte sie keine besonders gute Bildung genossen und tat sich schwer, neue Dinge hinzuzulernen. So war sie auch nach einigen Jahren nicht in der Lage, richtig Französisch zu sprechen. Darüber hinaus verhielt sie sich extrem religiös. Auch äußerlich stellte Maria Teresa keine Schönheit dar, weil sie klein und dicklich war. Aufgrund ihrer blonden Haare, ihrer strahlenden blauen Augen sowie ihrer schneeweißen Haut wirkte sie jedoch anmutig.

Dass Maria Teresa es nicht vermochte, als Königin das Zentrum des Hoflebens zu bilden, missfiel Ludwig XIV. sehr, weil sie dadurch langweilig wirkte. Allerdings nahm er die Mängel seiner Gemahlin hin, weil sie letztlich tugendhaft war und die Etikette des Hofes streng befolgte.

Nachkommenschaft

Weil Ludwig XIV. seine ehelichen Pflichten gewissenhaft erfüllte, gebar ihm Maria Teresa im Laufe der Jahre mehrere Nachkommen.

Doch abgesehen von Dauphin Louis (1661-1711) starben alle anderen Kinder wie Anne Élisabeth (1662), Marie Anne (1664), Marie Thérèse (1667-1672), Philippe Charles (1668-1671) sowie Louis François (1672) schon früh.

Das Leben am französischen Hof

In Frankreich erhielt Maria Teresa den französischen Namen Marie Thérèse d’Autriche. Anna von Österreich versuchte, ihre Nichte vor den Intrigen des Hofes zu schützen.

Eine glückliche Ehe konnte die junge Königin allerdings nur im ersten Jahr erleben. Danach richtete sich Ludwigs Interesse vermehrt auf diverse Mätressen. Durch seine permanente Untreue verletzte der König seine bescheidene und zurückhaltende Frau sehr.

Die einzige Geliebte, zu der Maria Teresa einen freundschaftlichen Zugang erhielt, war Louise de La Vallière. Diese sorgte bei Ludwig XIV. dafür, dass dieser sich wieder mehr um seine Frau bemühte. Deren Nachfolgerin Madame de Montespan verhielt sich gegenüber der Königin jedoch sehr arrogant.

Letzte Jahre

Im Laufe der Jahre resignierte Maria Teresa schließlich über das untreue Verhalten ihres Mannes und ertrug es in Würde. Nach einer Reise an den Hof von Burgund im Juli 1683 zog sich die Königin einen Abszess am linken Arm zu. Trotz ärztlicher Behandlung verschlechterte sich ihr Zustand mehr und mehr, was auch auf die damals gebräuchlichen Aderlässe zurückzuführen war.

Im Alter von 44 Jahren starb Maria Teresa schließlich am 30. Juli 1683.

Ludwig XIV. schien ihren Tod ehrlich zu betrauern und gewährte seiner verstorbenen Frau ein prachtvolles Staatsbegräbnis. Allerdings hielt die Trauer nicht lange an, da er bereits zwei Monate später heimlich die Marquise de Maintenon geheiratet haben soll.